Die aktuelle Wetterlage mit fast 40 Grad ist vielleicht für die Ferienkinder am Badesee ein Segen, für Fußballer*innen und Fans kann sie zum Fluch und sogar zur Gesundheitsgefährdung werden. "Für Zuschauer*innen und Sportler*innen besteht die Gefahr eines hitzebedingten Kreislaufkollaps oder im Extremfall eines Sonnenstichs und Hitzschlags", mahnt Prof. Dr. Tim Meyer, Sportmediziner der Nationalmannschaft.
Die DFB-Kommission Sportmedizin warnt ebenfalls vor "medizinischen Gefahren für Spieler*innen und Zuschauer*innen" bei extremer Hitze und spricht folgende Empfehlungen aus:
- mögliche Spielverlegung (in die Abendstunden oder auf einen anderen Termin) bei mehr als +35°C (bzw. mehr als +32°C bei Luftfeuchtigkeit über 80 Prozent)
"Wenn es möglich ist, sollten Spiele in die Abendstunden verlegt werden, damit man der direkten Sonneneinstrahlung aus dem Weg geht", sagt Sportmediziner Meyer. Eine Spielverlegung geht natürlich nur, wenn es Spielplan, Platzbelegung und etwaige Mehrfachnutzung auch erlauben. Kontraproduktiv wäre es, wenn man sein Training in die Mittagszeit verlegt, um sich an die Bedingungen eines Pflichtspiels zur gleichen Zeit anzupassen. "Der Körper würde sich nicht wesentlich besser adaptieren, nur weil man mittags trainiert", so Meyer.
- möglicher Hitze-/Sonnenschutz für Zuschauer*innen: helle Kappen mit Sonnenschirm
Tim Meyer erklärt: "Die Hitzestrahlung der Sonne kann durch Kopf- und Gesichtsbedeckungen ungemein abgemildert werden. Eine helle Baseballkappe gibt dem Gesicht Schatten und senkt die Temperatur."
- Wasserabgabe, große Schirme/Dächer, Befeuchtung mit Wasser
Sowohl für Spieler*innen als auch für Zuschauer*innen ist es am wichtigsten, viel zu trinken. "Das A und O ist die Flüssigkeitszufuhr, also trinken, trinken, trinken", mahnt auch Meyer, "das ist vor allem für den Flüssigkeitshaushalt wichtig. Wenn wir viel schwitzen, müssen wir auch viel Flüssigkeit aufnehmen, damit keine Kreislaufprobleme auftauchen." Normales Leitungswasser ist vollkommen okay. Gut sind auch Saftschorlen oder Tee.
- möglicher Hitze-/Sonnenschutz für Spieler*innen: Pre-Cooling (verschiedene Methoden, Wasser effektivster Überträger), kalte Getränke, Kappe für Torwart, adäquate Kleidung zur Schweiß- und Temperaturabgabe, pro Halbzeit ein bis zwei Trinkpausen durch die Schiedsrichter*innen.
Die Spielunterbrechungen für Trinkpausen lobt auch Dr. Meyer und gibt Empfehlungen zur Abkühlung: "Es gibt die Möglichkeit, in der Halbzeit Eiswickel, feuchte Handtücher oder kühle Bäder vorzubereiten, um die Körpertemperatur runter zu kühlen. Es gibt mittlerweile viele Produkte auf dem Markt, aber das effektivste Mittel ist Wasser, weil es die Kälte perfekt überträgt." Also auch der Wassereimer am Spielfeldrand kann als kurze Erfrischung einen positiven Effekt haben. Wenn schon kein Badesee zur Abkühlung in der Nähe ist...
Bei Gewitter sofort Fußball-Stopp!
Mit den hohen Temperaturen steigt auch die Gefahr eines Gewitters. Es liegt in der Verantwortung der Trainer*innen, seine Spieler*innen nie Gefahrensituationen auszusetzen. Dabei ist es eine Sache der Erfahrung, welche Trainer*innen wie früh aufkommendes Gefahrenpotenzial zu erkennen im Stande sind.
Ein solches Gefahrenpotenzial zieht definitiv wortwörtlich mit dunklen Wolken heran, wenn ein Gewitter naht! Hier kann sekündlich eine lebensgefährliche Situation entstehen!
Besonders gefährdet sind Spieler*innen und Zuschauer*innen, die sich in der Nähe von Metallgittern oder –zäunen aufhalten. Aber auch ein feuchter Rasen kann die Elektrizität stärker leiten.
Es gilt, die 30-30-Regel: Wenn zwischen sichtbarem Blitz und dem darauffolgenden Donner weniger als 30 Sekunden vergehen, muss der Trainer / die Trainerin das Training bzw. das Spiel umgehend abbrechen und alle Beteiligten in Sicherheit bringen:
- Den besten Schutz bieten Gebäude mit Blitzschutzanlagen oder geschlossene Fahrzeuge.
- Einen relativen Schutz bieten Gebäude ohne Blitzschutzanlage oder überdachte Tribünen.
- Vermeiden Sie die Nähe zu Bäumen, Zelten, Flutlichtmasten und die Berührung von Metallgegenständen.
- Sofern keine Schutzbereiche vorhanden sind: Gehen Sie in Hockstellung und halten Sie die Beine dabei eng geschlossen.
Erst 30 Minuten nach dem letzen Blitz oder dem letzten Donner kann Entwarnung gegeben werden.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat hierfür ein Merkblatt mit Hinweisen für das richtige Verhalten bei einem Gewitter herausgegeben.
Das Merkblatt mit Hinweisen für das richtige Verhalten bei einem Gewitter können Sie hier herunterladen.
