Klare Haltung im Fußball: Gegen Rassismus & Extremismus

Klare Haltung im Fußball: Gegen Rassismus & Extremismus

Informations- und Sensibilisierungsveranstaltung für FVM-Beirat im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus

„100% Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“: Unter diesem Motto finden die diesjährigen Internationalen Wochen gegen Rassismus (IWgR) statt. Passend dazu sowie zum Ende des Fastenmonats Ramadan setzte sich der FVM-Beirat am vergangenen Samstag (21. März 2026), dem internationalen Tag gegen Rassismus, intensiv mit dem Themen Radikalisierung und Rassismus auseinander. Unter dem Titel „Demokratiefeindliche Tendenzen im Amateurfußball – und was wir dagegen tun können“ leitete Referent Younis Kamil eine aufschlussreiche und praxisnahe Informations- und Sensibilisierungseinheit.

Zur Person Younis Kamil:

  • Seit 2017 Vorsitzender des ISC AlHilal Bonn und seit 2011 Trainer im Verein
  • Dipl. Sportwissenschaftler
  • Promotion am Institut für Sport und Gesellschaft an der Vrije Universität Brussels zu Fußballbasierter Radikalisierungsprävention
  • Vorstands- und Gründungsmitglied ROOTS against racism in sports

Im Mittelpunkt standen die Themenfelder Radikalisierung und Rassismus sowie deren wechselseitige Wirkung. Im Prozess der Radikalisierung wird deutlich, welche Rolle gruppendynamische Faktoren auf unterschiedlichen Ebenen im Sportumfeld spielen. Rassistische Äußerungen und Handlungen als eine der häufigsten Erscheinungsformen von Diskriminierung im Fußball, verletzen nicht nur einzelne Personen. Sie beeinträchtigen auch die Mitgestaltung von betroffenen Personen im organisierten Fußball. Diskriminierung und Rassismus führen zu Ausgrenzung und dies kann Nährboden für Radikalisierung sein, wie Kamil eindrücklich darlegte.

Zusammenfassend wurde deutlich: Demokratieförderung ist kein abstraktes Konzept, sondern beginnt im unmittelbaren Vereinsalltag – durch Teilhabe, Mitgestaltung, klare Haltung und konsequentes Handeln. Mit der Veranstaltung, die im Zeitraum der Internationalen Wochen gegen Rassismus stattfand, möchte der FVM ein wichtiges Zeichen für ein respektvolles, offenes und demokratisches Miteinander im Amateurfußball setzen.

Diesem Miteinander und gegen Ausgrenzung auf und neben dem Platz hat sich der FVM in seinem Standpunkt zu Vielfalt im Fußballsport verschrieben.

Miteinander statt Ausgrenzung

Der Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) steht für Weltoffenheit sowie für die Werte von Integration, Inklusion, Vielfalt, Gleichbehandlung und Gemeinschaft.
Wir dulden keinerlei Gewalt, Diskriminierung oder Beleidigung aufgrund von Herkunft, Nationalität, Religion, Weltanschauung, Alter, Geschlecht, Behinderung oder sexueller Identität. Rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen Bestrebungen sowie anderen diskriminierenden oder menschenverachtenden Verhaltensweisen und jeder Form von Gewalt im Zusammenhang mit dem Fußballsport treten wir entschieden entgegen. Um Gewalt und Diskriminierung nachhaltig entgegenzuwirken, entwickelt und überprüft der FVM kontinuierlich Maßnahmen im Bereich Prävention und Intervention.

Kartenset mit Handlungshilfen gegen Gewalt und Diskriminierung für Vereine

Zu den neueren Angeboten im Bereich Gewaltprävention gehört das Kartenset für Vereine. Es enthält praxisnahe Beispiele zu Gewalt- und Diskriminierungsvorfällen sowie konkrete Handlungsempfehlungen für Verantwortliche.

Das Kartenset richtet sich besonders an Jugendabteilungen und Trainer*innen, die:

  • Unterstützung bei der Aufarbeitung von Vorfällen benötigen,
  • ihre Teams für diskriminierende Verhaltensweisen sensibilisieren möchten oder
  • das Kartenset aktiv in ihre Trainingsarbeit einbinden wollen.

Hier geht es zum Kartenset.

Zentrale Anlaufstelle des WDFV

Neben dem Kartenset steht die Anlaufstelle für Gewalt-, Diskriminierungs- und Extremismusvorfälle des WDFV zur Verfügung.
Hier können sich sowohl betroffene Personen als auch Zeug*innen melden und Unterstützung erhalten.

Die Anlaufstelle:

  • arbeitet betroffenenorientiert und vertraulich,
  • nimmt jede Meldung ernst,
  • prüft die Zuständigkeit und
  • begleitet, berät und vermittelt bei der Aufarbeitung von Vorfällen.

Kontaktmöglichkeiten:

DFB-Broschüre zu rechtsextremen Symbolen und Diskriminierung

Die DFB-Broschüre "Gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung. Für Vielfalt und Respekt! Zum Erkennen von Symbolen und Zeichen" bietet eine umfassende Orientierung zum Umgang mit Symbolen, Codes und Parolen auf und neben dem Fußballplatz.

Sie erklärt:

  • verschiedene Formen von Diskriminierung,
  • strafbare und nicht strafbare Symbole anhand anschaulicher Beispiele,
  • verbotene Gesten und rechtsextreme Parolen,
  • rechtsextreme Musik, Bands und Modemarken.

Die Broschüre ist ein wichtiges Werkzeug, um Vereine, Trainer*innen, Ehrenamtliche und Spieler*innen zu sensibilisieren und im Umgang mit fragwürdigen Symbolen oder Äußerungen sicher zu machen.

Bild (FVM): [v.l am Banner] FVM-Präsident Dr. Christos Katzidis, Vizepräsident Personal Markus Müller, Referent Younis Kamil
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