FVM-Fair Play des Jahres: Sieger*innen im Moulin Rouge Musical ausgezeichnet

FVM-Fair Play des Jahres: Sieger*innen im Moulin Rouge Musical ausgezeichnet

Der Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) hat im Rahmen einer Ehrungsveranstaltung in Köln die Sieger*innen der „FVM-Fair Play des Jahres“-Aktion der Spielzeit 2024/25 ausgezeichnet. Die fünf beeindruckendsten „Fair Play des Monats“-Gesten werden traditionell feierlich als Jahressieger*innen prämiert. 

Markus Müller, FVM-Vizepräsident Personal und bis zum Sommer FVM-Fair-Play-Beauftragter, verlieh in alter Funktion im Rahmen des Musicals Moulin Rouge in Köln letztmals die Pokale, Urkunden und hielt die Laudationes, bevor er dann offiziell den Staffelstab an seinen Nachfolger in der Funktion des Fair-Play-Beauftragten, den FVM-Vizepräsidenten Sport, Rudi Rheinstädtler, übergab. Müller zeigte sich zum Abschied nochmals sichtlich beeindruckt von den Gesten der Geehrten: „Es hat mich mit Stolz erfüllt, dass ich die Fair-Play des Jahres Ehrung nochmals durchführen konnte: Sowohl die fünf beeindruckenden Sieger*innen heute Abend als auch die der letzten Jahre haben unterstrichen, dass der Fußball am Mittelrhein geprägt ist von starken Persönlichkeiten, die auch in hektischen Situationen einen kühlen Kopf bewahren und das Richtige tun. Genau diese Menschen sind es, die unseren Amateurfußball abseits von Siegen und  Niederlagen sowie Auf- und Abstiegen positiv und nachhaltig prägen. So hoffe ich wieder auf viele Nachahmer*innen im Sinne des Fair-Play, deren Geschichten in Zukunft erzählt werden können“. 

FVM-Geschäftsführerin Sandra Fritz unterstrich die Wichtigkeit der Fair-Play des Jahres Ehrungsveranstaltung: „Ich kann mich hier Markus Müller nur anschließen: Wenn wir unser Credo, Fair-Play ist ein essentieller Teil der Grundwerte des FVM, leben und in die Breite bringen wollen, dann ist es wichtig, diese beeindruckenden Geschichten in einem prominenten und wertigen Rahmen zu erzählen, was uns wieder gelungen ist. So soll diese große Bühne heute Abend gleichsam der Auftakt sein für viele weitere Fair-Play Meldungen in der laufenden Saison.“ 

Die FVM-Fair Play-Sieger*innen der Saison 2024/25: 

  • Platz 1: Tobias Siebke (Ideal C.F. Casa de España, Kreis Köln) 
  • Platz 2: Thomas Klein (BC Oberzier, Kreis Düren) 
  • Platz 3: Marcus Niemeyer (BC Stotzheim, Kreis Rhein-Erft) 
  • Platz 4: Naim Buzoko (SV BW Kerpen, Kreis Rhein-Erft) 
  • Platz 5: Lio Zimmermann (1. FAV Bad Münstereifel, Kreis Euskirchen) 

Alle Preisträger*innen der Saison 2024/25 und ihre Fair Play-Gesten im Überblick: 

5. Platz: Lio Zimmermann (1. FAV Bad Münstereifel, Kreis Euskirchen) 

In einem D-Junioren-Spiel des FAV kam es beim Stand von 1:1 in der zweiten Halbzeit zu einer spielentscheidenden Situation: Nach einer Hereingabe wehrte ein Abwehrspieler des FAV den Ball ins Toraus ab. Da der Schiedsrichter nicht eindeutig erkennen konnte, mit welchem Körperteil der Ball gespielt worden war, entschied er zunächst auf Eckball. 

In diesem Moment zeigte Lio Zimmermann außergewöhnliche Fairness. Er ging aktiv auf den Schiedsrichter zu und erklärte, dass er den Ball strafbar mit der ausgestreckten Hand abgewehrt habe. Der Schiedsrichter korrigierte daraufhin seine Entscheidung und gab Strafstoß – eine Entscheidung, die das Spiel letztlich zugunsten des Gegners mit 2:1 entschied.

Lio Zimmermann nahm damit bewusst in Kauf, dass sein faires Eingeständnis den Ausgang der Partie negativ für sein eigenes Team beeinflussen würde. Mit seiner ehrlichen und mutigen Handlung hat er eindrucksvoll bewiesen, dass Fair Play im Fußball über dem persönlichen und sportlichen Vorteil stehen kann. Besonders hervorhebenswert ist das junge Alter des Geehrten, hat er doch diese Entscheidung als D-Junior getroffen. 

4. Platz: Naim Buzoko (SV BW Kerpen, Kreis Rhein-Erft) 

In einer intensiven Spielsituation prallte ein Spieler der Gastmannschaft aus Bedburg unglücklich mit dem Kopf gegen den Zaun und erlitt dabei eine Platzwunde. Ohne zu zögern reagierte Naim Buzoko, Trainer der Kerpener Mannschaft, und leistete sofort erste Hilfe. Er versorgte die Verletzung professionell, beruhigte den Spieler sowie dessen Eltern und übernahm Verantwortung in einer Situation, die schnelles und besonnenes Handeln erforderte. 

Mit seinem vorbildlichen Einsatz zeigte Naim Buzoko eindrucksvoll, wie gelebtes Fair Play über das Spielfeld hinauswirkt und dass Fürsorge und Menschlichkeit im Fußball höchste Priorität haben. 

3. Platz: Marcus Niemeyer (BC Stotzheim, Kreis Rhein-Erft) 

In der 89. Minute spielte der Gegner aus Ahrem den Ball aufgrund einer Verletzung ins Aus. Nach der Unterbrechung schlug ein Spieler von Stotzheim den Ball – ganz im Sinne des Fair Play – zurück zu Ahrem. Doch der weit geschlagene Ball wurde von der Nummer 10 der Heimmannschaft abgefangen und ohne Gegenwehr zum Tor verwandelt, begleitet von einem provokanten Jubel gegenüber der Gastmannschaft. Die Situation eskalierte, sodass der Schiedsrichter den Kapitänsdialog anwenden musste. 

Während dieser Klärung setzte Marcus Niemeyer ein starkes Signal: Der Trainer der Heimmannschaft rief klar und deutlich, dass die Gäste ein Tor erzielen sollten, um die Fairness wiederherzustellen. Nach dem Anstoß ließ Stotzheim einen Spieler von Ahrem ohne Gegenwehr durchlaufen, der den Ausgleich erzielte. 

Durch sein souveränes, deeskalierendes und konsequent faires Handeln hat Marcus Niemeyer gezeigt, wie man in angespannten Momenten Haltung beweist und Fair Play aktiv lebt. 

2. Platz: Thomas Klein (BC Oberzier, Kreis Düren) 

Beim Spielstand von 0:1 für Oberzier erzielte die Mannschaft in der 41. Minute aus Sicht des Schiedsrichters einen regulären Treffer zum 0:2. Kurz bevor das Spiel mit dem Anstoß für Siersdorf fortgesetzt werden sollte, meldete sich der nicht-neutrale SR-Assistent aus Oberzier, Thomas Klein, zugleich erster Vorsitzender des BC Oberzier, lautstark zu Wort: Er wies den Schiedsrichter darauf hin, dass der Torschütze den Ball unmittelbar vor dem Abschluss strafbar mit der Hand geführt hatte. 

Aufgrund dieser fairen und mutigen Intervention wurde der Treffer zurückgenommen und das Spiel mit Freistoß für Siersdorf fortgeführt. 

Thomas Klein stellte damit klar unter Beweis, dass Integrität und Ehrlichkeit über dem eigenen sportlichen Vorteil stehen – ein starkes Beispiel gelebten Fair Plays. 

1. Platz: Tobias Siebke (Ideal C.F. Casa España, Kreis Köln) 

In der Nachspielzeit der Partie, genauer in der 90.+3 Minute, kam es zu einer hochbrisanten Szene: Die Nr. 19 des Gegners aus Kalk hielt seinen Gegenspieler rund 20 Meter vor dem Tor kurz an der Schulter fest und verhinderte damit aus Sicht des Schiedsrichters eine klare Torchance, da er der letzte Abwehrspieler war und der Stürmer von Casa España frei auf das Tor zugelaufen wäre. Der Torhüter kam nur hauchzart vor dem Stürmer an den Ball – eine Situation, die nach Regelwerk eigentlich einen Platzverweis nach sich gezogen hätte. 

Doch genau hier zeigte Casa España bemerkenswerten Sportsgeist. Der Kapitän der Mannschaft, stellvertretend für das gesamte Team, wandte sich an den Schiedsrichter und bat darum, keinen Platzverweis auszusprechen, da sie das Foul nicht als feldverweiswürdig empfanden. Nach Rücksprache mit beiden Kapitänen folgte der Schiedsrichter dieser außergewöhnlich fairen Bitte und zeigte lediglich die gelbe Karte. 

Tobias Siebke und sein Team bewiesen damit eindrucksvoll, dass Fair Play selbst in hitzigen Schlussminuten und trotz sportlichem Nachteils konsequent gelebt werden kann. Ein starkes Signal für Respekt, Integrität und die Werte, die den Fußball ausmachen.

Bildunterschrift:
Bildunterschrift: Rudi Rheinstädtler (l.), Markus Müller (3.v.r.) und Sandra Fritz (r.) zusammen mit den Personen, die die "FVM-Fair Play des Jahres"-Auszeichnung entgegennahmen v.l.: Marcus Niemeyer (Drittplatzierter), Naim Buzuko (Viertplatzierter), Tobias Siebke (Erstplatzierter), Lio Zimmermann (Fünftplatzierter) und Thomas Klein (Zweitplatzierter). 

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