Im Bild von links: Alois Görgen, Doris Mager, Eduard Wawer, Nadine Schmitz ( als Vertreterin für ihre Mutter Gutrun Esser ), Egon Ronig.
Erster Dank geht an die Ehefrau
Man kann es gar nicht oft genug wiederholen: Ohne die tatkräftige Unterstützung ihrer vielen ehrenamtlichen Mitglieder wären die Vereine nicht nur um ganz tolle Persönlichkeiten ärmer, sondern könnten ihren gesamten Betrieb umgehend einstellen.
Der Fußballkreis Euskirchen nutzte in diesen Tagen die Gelegenheit, um bei drei in ihren Klubs herausragenden Menschen für ihr außergewöhnliches Engagement Danke zu sagen. Im Rahmen eines Abendessens im Gemünder Kurparkrestaurant zeichnete die stellvertretende Kreisvorsitzende – Doris Mager – Alois Görgen vom SC Germania Erftstadt-Lechenich mit dem DFB-Ehrenamtspreis sowie Gudrun Esser (TuS Olympia Ülpenich) und Eduard „Edi“ Wawer (SG Dahlem-Schmidtheim) mit dem FVM-Ehrenamtspreis aus.
Letztgenannter ist seit 46 Jahren Vereinsmitglied und darf deshalb bedenkenlos als das Urgestein der SG bezeichnet werden. Fast ein Vierteljahrhundert fungierte Wawer als Kassierer und steht dem Vorstand auch mit 76 Jahren noch mit Rat und Tat zur Seite. „Keiner verkörpert Dahlem-Schmidtheim so wie er. Wenn jemand irgendetwas brauchte, hieß es immer nur: Geh mal zu Edi. Er war immer da“, lobte der erste Vorsitzende Jürgen Ingenhaag.
In Ülpenich jederzeit zur Stelle ist Gudrun Esser, die urlaubsbedingt von ihrer Tochter Nadine Schmitz vertreten wurde. Die Preisträgerin war bei der Gründung der Damenmannschaft im Jahr 1999 entscheidend mitbeteiligt und kümmerte sich bis 2011 in den unterschiedlichsten Bereichen um die Mannschaft. Seit 2005 ist sie als Kassiererin tätig und darüber hinaus stets präsent, wenn bei Veranstaltungen eine helfende Hand gebraucht wird. „Durch die enorme Fußballbegeisterung meiner Mutter bin ich quasi auf dem Sportplatz groß geworden und habe diese Zeit sehr genossen“, berichtete ihre Tochter.
Mehr Zeit im Hennes-Weisweiler-Sportpark – der Platzanlage in Erftstadt-Lechenich – als im eigenen Wohnzimmer verbringt auch Alois Görgen, der sich nicht umsonst in erster Linie bei seiner Ehefrau Birgit bedankte: „Ohne sie würde es nicht funktionieren.“ Der Familienvater ist seit 18 Monaten Trainer, Betreuer, Fahrer und die wichtigste Bezugsperson für Flüchtlinge aus mittlerweile 17 Nationen, die als viertes Seniorenteam des SC Germania bereits in der zweiten Saison am Spielbetrieb des Fußballkreises teilnehmen. Bis dahin war es allerdings ein langer Weg: „Am Anfang habe ich 15 bis 20 Erwachsene auf einem Platz gesehen, die versucht haben, Fußball zu spielen. Da haben wir als Verein beschlossen, Ordnung und Struktur reinzubringen und die Mannschaft dank eines gewährten Aufschubs für den Spielbetrieb angemeldet“, berichtete Görgen. Das zunächst noch auf recht wackligen Beinen stehende Projekt ist zu einer echten Erfolgsgeschichte geworden. In der Kreisliga belegt die Multi-Kulti-Truppe, in der alleine die Kommunikation („teils auf Englisch, vor allem aber mit Händen und Füßen“) eine riesige Herausforderung darstellt, den dritten Platz und sogar das Fernsehen ist auf die Erftstädter aufmerksam geworden. Im April zeigt der WDR einen Film über die Flüchtlinge, von denen einige eine lange Leidenszeit hinter sich haben und immer noch mit den Folgen zu kämpfen haben. Umso höher ist der Einsatz der Germania und ihres Trainers zu bewerten, der dazu beiträgt, die großen Sorgen für einige Stunden in der Woche in den Hintergrund zu drängen.
- Markus Brackhagen -
