Bitburger-Pokalfinale: Der Finalisten-Check

Bitburger-Pokalfinale: Der Finalisten-Check

Nur noch wenige Tage bis zum Bitburger-Pokalfinale 2019. Anstoß im Bonner Sportpark Nord ist am 25. Mai um 16.15 Uhr. Zeit, die beiden Finalisten Alemannia Aachen und Fortuna Köln genauer unter die Lupe zu nehmen:

Finalisten Check: Alemannia Aachen

Die Form

Alemannia Aachen ging mit einer personell stark veränderten Mannschaft in die Regionalliga- Saison. Dieser Umbruch machte sich bemerkbar: der Start misslang. „Das kam nicht überraschend. Mir war klar, dass wir etwas Zeit brauchen würden, um uns zu stabilisieren und unser Potenzial abzurufen“, erklärt Trainer Fuat Kilic. Der Coach, der seit Anfang 2016 das Kommando bei dem Traditionsklub hat, blieb trotz dreier Niederlagen zum Auftakt ruhig – und das zu Recht. Sein Team kam zusehends besser in Fahrt und etablierte sich schon bald im oberen Mittelfeld des Klassements. „Die Jungs haben vieles von dem angenommen, was ich vermitteln wollte“, sagt Kilic. Er sei froh, dass man das Thema Abstiegskampf schnell abgehakt habe. „Das war nicht selbstverständlich, aber wir haben es gut hinbekommen“, findet der 46-Jährige. Von der Moral und vom Zusammenhalt seiner Mannschaft ist er absolut überzeugt: „Wir haben wirklich eine richtig gute Mentalität entwickelt.“ Dies bewies die Alemannia ebenso im Bitburger-Pokal. Auch wenn es in allen Runden gegen unterklassige Rivalen ging, war von Überheblichkeit nichts zu spüren. Aachen gewann alle vier bisherigen Partien in der regulären Spielzeit.

Das Team

Der einstige Erstligist kann auf eine gute Mischung robuster und technisch versierter Akteure vertrauen. In der stabilen Defensive hat Kapitän Peter Hackenberg das Sagen. Der 30-jährige Innenverteidiger ist einer der erfahrensten Spieler im Kader, absolvierte zwölf Drittliga-Partien für Wacker Burghausen und spielte mit KAS Eupen auch schon in der belgischen Ersten Liga. Im defensiven Mittelfeld zieht der erst 22-jährige David Pütz die Strippen. Der Mann für die Standards ist mit Manuel Glowacz (31) wiederum ein Routinier. Und auch der 1,88 Meter große Angreifer Dimitry Imbongo Boele hat in seiner Karriere schon einiges erlebt. Torgefährlich ist ebenfalls der wendige Stipe Batarilo, der im offensiven Mittelfeld spielt. „Wir haben eine gute Balance zwischen Abwehr und Angriff“, sagt Kilic über seine Mannschaft.

Der Gegner

Der Respekt vor Fortuna Köln ist durchaus groß in Aachen. Immerhin war es das Team aus der Rheinmetropole, das 2013 einen Triumph der Alemannia im Bitburger-Pokal verhinderte. Vor allem aber schätzt der Aachener Trainer die Klasse der Kölner Spieler. „Ich habe einige Partien der Fortuna gesehen und kenne viele Akteure sehr gut“, sagt Kilic, „dieses Team verfügt über beeindruckende Qualität.“ Er beschreibt den Kontrahenten als robuste, physisch starke Mannschaft, die enorme Wucht entwickeln kann und über viele kopfballstarke Akteure verfügt. Zudem seien Moritz Hartmann, Thomas Bröker und Kristoffer Andersen nicht die einzigen Akteure mit Routine und Klasse. Dennoch wolle man keineswegs nur hinten drin stehen. „Das ist überhaupt nicht unser Spiel“, sagt Kilic. Selbst gegen den bisherigen Drittligisten gelte es, möglichst häufig zu agieren und auch den Gegner laufen zu lassen.

Finalisten Check: Fortuna Köln

Die Form

Im Münchener Stadion an der Grünwalderstraße, also exakt dort, wo man sich fünf Jahre zuvor in der Aufstiegsrelegation gegen die Zweitvertretung des FC Bayern durchgesetzt hatte, erlebte Fortuna Köln am vorletzten Meisterschaftsspieltag den bittersten Moment der jüngeren Vereinsgeschichte: Das 2:3 gegen 1860 München besiegelte den Abstieg aus der Dritten Liga. Fortuna-Trainer Oliver Zapel, der die Mannschaft erst im Saisonendspurt übernommen hatte, war sichtlich bewegt. „An so einem Tag möchte man sich am liebsten vergraben“, sagte er. Doch der 51-Jährige hob sogleich den Blick. Die Fortuna sei ein fantastischer Verein. Und trotz allem sei er extrem stolz auf die Mannschaft. Tatsächlich hatte das Team unter seiner Führung mit einer guten Mentalität überzeugt, was fehlte, waren ein wenig Glück und bessere Ergebnisse. Vor der Pleite in München hatten die Kölner lediglich einen Punkt in den zwei Liga-Spielen unter Zapel geholt. Ins Bitburger-Pokalfinale hatte der Coach das Team allerdings gleich zum Einstand geführt. Und genau dort soll nun die Spielzeit doch noch mit einem Erfolg enden.

Das Team

Der Kader der Fortuna trägt noch die Handschrift von Uwe Koschinat, der den Südstadt-Klub von 2011 bis Oktober vergangenen Jahres coachte. Kurz nach Koschinats Abschied in Richtung SV Sandhausen übernahm erst Tomasz Kaczmarek und schließlich Oliver Zapel ein Team, das vor allem durch gute Physis und einen besonderen Willen besticht. Dies dokumentierte der Viertelfinalsieg beim starken Regionalligisten Viktoria Köln. Es mangelt aber auch nicht an individueller Klasse. Vor Keeper Nikolai Rehnen verteidigen mit Boné Uaferro und Bernard Kyere zwei große, kopfballstarke Akteure. Im Mittelfeld geben unter anderem Robin Scheu und Michael Eberwein (Letzterer ist vor allem für gefährliche Standards bekannt) den Takt vor, in der Offensive die beiden Erstliga-erfahrenen Moritz Hartmann und Thomas Bröker. Größtes Problem von Trainer Oliver Zapel dürften allerdings die akuten Verletzungssorgen im Team sein.

Der Gegner

Es gibt nur drei Vereine in der Republik, die in ihrer Geschichte mehr Punkte in der Zweiten Liga geholt haben, als Fortuna Köln. Alemannia Aachen ist einer davon. Die Nummer zwei im ewigen Klassement dieser Spielklasse wartet aber nicht nur mit großer Vergangenheit auf. Noch immer lockt die Alemannia im Schnitt mehr als 5000 Zuschauer auf den Tivoli. Diese haben in der abgelaufenen Meisterschaft einige gute Spiele ihres Teams gesehen. Das weiß auch Zapel: „Wir werden diesen Gegner absolut ernst nehmen. Von Klassenunterschied will ich nichts hören.“ Dass die Aachener einen vergleichsweise entspannten Saisonendspurt erlebten, dürfe kein Vorteil für sie sein. Letztlich versprüht Zapel Zuversicht: Seine Mannschaft habe zuletzt immer wieder absolute Leistungsbereitschaft bewiesen, nach Balleroberungen schnell umgeschaltet und Chancen kreiert. Lediglich im Abschluss müsse man sich im letzten Spiel der Saison steigern.

Weitere Infos zum Bitburger-Pokalfinale.

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