Bitburger-Pokal: Große Bühne für große Taten

Im Bitburger-Pokal steht die zweite Runde an. Der FC Hennef und der FC Pesch müssen dabei den Rollentausch vom Underdog zum Favoriten meistern.

Bitburger-Pokal: Große Bühne für große Taten

Drei Wochen sind seit dem großen Coup vergangen. Doch der Zauber dieses Ereignisses ist noch nicht verflogen. „Der Erfolg gegen Fortuna Köln war etwas ganz Besonderes. Er hat Kräfte mobilisiert und wir haben viel Werbung in eigener Sache betrieben“, sagt Ali Meybodi, der Coach des Mittelrheinligisten FC Pesch. Sein vergleichsweise kleiner Verein aus dem Kölner Norden hatte die Bühne des Bitburger-Pokals dazu genutzt, um vor 800 Zuschauern den Regionalligisten und Vize-Champion der vergangenen Saison mit einem 2:0-Sieg aus dem Wettbewerb zu werfen. „Genau für diese Momente spielen wir den Pokal“, sagt Meybodi. Und er will alles dafür tun, um noch mehr dieser Momente zu erleben. In der zweiten Runde gilt es, einen Rollentausch zu meistern. Gegen Fortuna Köln war seine Mannschaft ohne Wenn und Aber der Underdog, nun fährt Pesch als Favorit nach Heinsberg. Dort geht es am Samstag (14 Uhr, Sportplatz „Im Kuhlert“) gegen den Landesligisten Union Schafhausen. „Nun stehen wir als klassenhöheres Team in der Pflicht“, sagt Meybodi. Die Gastgeber seien aber ein starker Rivale. „Wenn wir unsere Leistung nicht bringen, fliegen wir raus. So einfach ist das“, bringt es der Pescher Trainer auf den Punkt. Er hofft, dass seine Offensive erneut den Unterschied macht. In der Mittelrheinliga gibt wenige Angriffsreihen, die ähnlich erfolgreich sind. „Wir sind unberechenbar, weil wir mehrere abschlussstarke Spieler haben“, verweist Meybodi insbesondere auf Miron Wessels, Marcel Dawidowski und Iskender Papazoglu.

Die Klasse des Kontrahenten, der in der Mittelrheinliga oben mitmischt, ist den Verantwortlichen von Union Schafhausen nicht entgangen. Doch der Landesligist erstarrt nicht in Ehrfurcht. „Pesch ist sicherlich  ein kampfstarkes Team, aber wenn wir das Spiel lange offenhalten, ist ein Coup möglich. Wir setzen voll auf unsere Heimstärke“, sagt Hermi Jansen, der Schafhausener Obmann. Ein Erfolg muss her, um den Traum vom Duell mit Titelverteidiger Alemannia Aachen am Leben zu halten.

Doch auch die Aachener müssen zunächst einmal ihre Herausforderung meistern. Sie erwarten zeitgleich den Regionalliga-Rivalen SV Bergisch Gladbach am Tivoli und die Generalprobe misslang. 0:3 verlor der Tabellensiebte um Trainer Fuat Kilic bei Rot-Weiss Essen. Bergisch Gladbach hingegen feierte einen 3:1-Erfolg gegen den TuS Haltern und schöpfte wieder Hoffnung im Kampf um den Ligaerhalt und auf eine Überraschung im Achtelfinale des Bitburger-Pokals.

Auf einen Coup hofft man auch beim Bezirksligisten SV Altenberg. Am Samstag (14 Uhr) erwartet das Team in der Odenthaler Werner-Swifka-Arena einen Kontrahenten, der bei dieser Ambition durchaus zum Vorbild taugt. Es geht gegen den Mittelrheinligisten FC Hennef, der mit dem 1:0 gegen den Drittligisten FC Viktoria Köln für die größte Überraschung der ersten Runde sorgte. „Das ist ein richtig schwerer Brocken“, sagt Ingo Oedelshoff. Der Co-Trainer des SV sieht aber auch Faktoren, die seine Elf beflügeln könnten. „Es wird voller und lauter als sonst am Platz. Das kann pushen“, meint er. Zudem werde Coach Sven Bellinghausen, den er zuletzt vertreten musste, vor dem Pokalduell von seiner Hochzeitsreise zurück sein. „Seine Rückkehr sollte zusätzlich motivieren“, so Oedelshoff. Er geht davon aus, dass Hennef das Spiel dominieren wird, man wolle aber nicht nur hinten dichtmachen, sondern Nadelstiche setzen, wann immer es gehe. Über die nötige Qualität verfüge sein Team. Für Tore könne insbesondere der landesligaerfahrene Maik Maier sorgen. Beim 6:2-Erstrundenerfolg gegen den Ligarivalen Rheingold Poll schlugen aber die Mitspieler zu und bewiesen, dass auch sie für Treffer sorgen können.

Beim FC Hennef 05 weiß man, dass der Gegner durchaus Klasse hat. Da gelte es für seine Spieler, das eigene Talent aufs Feld zu bringen, wie es 05er-Coach Sascha Glatzel ausdrückt. Davon habe seine Mannschaft reichlich - im Gegensatz zu Routine und Erfahrung. „Dass unsere Leistungen manchmal Schwankungen unterliegen, ist angesichts der jungen Mannschaft normal“, findet er. Wenn man aber ein Formhoch erwische, sei das Team um die Führungsspieler Jannik Stoffels und Yannick Genesi zu großen Taten in der Lage. Den Beweis für diese These hat Hennef in der ersten Runde eindrucksvoll geliefert. „Es hat alles gepasst: Wir hatten einen guten Plan, die Umsetzung hat super geklappt und der Gegner war nicht in Topform. So war es letztlich ein verdienter Sieg gegen die Viktoria“, erklärt der Trainer. Weil auch Fortuna Köln und der Bonner SC bereits ausgeschieden seien, werde der Triumph eines kleineren Klubs wahrscheinlicher. „Normalerweise haben wir keine Chance auf den Titel. Nun hat sich die Situation ein wenig verändert“, sagt Glatzel. Jetzt sei im Pokal auch für seinen Klub mehr denn je alles möglich.
 

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