Bitburger-Pokal: Die erste Hürde ist genommen

Im Bitburger-Pokal haben die ersten elf Teams das Achtelfinale erreicht. Dazu gehört mit dem Landesligisten TSV Germania Windeck auch der dreimalige Champion, der mit einem 1:0 gegen den Mittelrheinligisten SpVg Wesseling-Urfeld für eine Überraschung sorgte. Die SG Union Würm-Lindern verpasste hingegen in Schlebusch einen Coup.

Bitburger-Pokal: Die erste Hürde ist genommen


Es gab Momente, da durften die Verantwortlichen der SG Union Würm-Lindern auf den großen Coup in der ersten Runde des Bitburger-Pokals hoffen. Nachdem man eine große Torchance des gastgebenden SV Schlebusch schadlos überstanden hatte, erhielt der Bezirksligist einen Eckstoß. Der Ball segelte in den Strafraum, SG-Akteur Steven Kohnen stieg hoch und erwischte das Spielgerät mit der Stirn. Auf der Bank der SG Union hielt man den Atem an, doch die Spannung entlud sich nicht in Jubel. Kohnens Kopfball prallte an den Pfosten und die Chance war vertan. „Wenn wir etwas mehr Glück gehabt hätten, wäre Schlebusch ins Wanken geraten“, sagte Hermann-Josef Lambertz, Trainer des Teams aus dem Kreis Heinsberg. Doch es blieb beim Konjunktiv.

Favorit Schlebusch wackelte zwar noch einmal, als Rene Lambertz nach 58 Minuten auf 1:2 verkürzte, doch ansonsten hatte der Landesliga-Spitzenreiter das Spiel nun im Griff. Tim Herbel (19.), Michael Urban (33.), Yannik Raufeiser (61.) und Marcel Schulz (89.) münzten diese Überlegenheit in Tore um. „Wir haben die Aufgabe unter dem Strich sehr souverän gelöst“, sagte SVS-Coach Stefan Müller. Der Mann, der nun bereits seit 14 Jahren als Co-Trainer und Chefcoach in Schlebusch tätig ist, darf damit auf eine Revanche hoffen. „Im vergangenen Jahr sind wir im Viertelfinale nur knapp an Alemannia Aachen gescheitert. Das Spiel war ein absolutes Highlight. Ich würde mich auf ein Wiedersehen freuen“, so Müller.

Dafür braucht es selbstverständlich das nötige Losglück. Außerdem muss der Traditionsklub aus der westlichsten Großstadt der Republik erst noch die erste Runde überstehen, also am Donnerstag, 31. Oktober, 19.30 Uhr, den stadtinternen Vergleich mit dem Bezirksligisten DJK Rasensport Brand gewinnen.

Auch die übrigen Großen der Branche müssen noch ran: Regionalligist Bonner SC tritt am Dienstag, 22. Oktober, 19 Uhr, beim Mittelrheinligisten FC Wegberg-Beeck an. Die Bonner Ligarivalen SV Bergisch Gladbach 09 (Mi., 23. Oktober, 19 Uhr, beim Landesligisten Germania Erftstadt), Fortuna Köln (Mi., 30 Oktober, 19.30 Uhr, beim Mittelrheinligisten FC Pesch) und der einzige Drittligist vom Mittelrhein, FC Viktoria Köln (Mi., 30. Oktober, 19 Uhr, beim Mittelrheinligisten FC Hennef) haben das Achtelfinale ebenfalls noch nicht erreicht. Sie müssen Matches überstehen, die den Bitburger-Pokal zu etwas Besonderem machen, weil sie die Fantasie der Fans der Underdogs beflügeln. Alle träumen von der großen Überraschung vor großer Kulisse.

Einen Schritt in diese Richtung hat auch Germania Windeck absolviert. Der Rhein-Sieg-Klub um Trainer Marcus Voike, der 2009, 2010 und 2011 den Cup gewann und damals zu den stärksten Teams im FVM zählte, setzte sich dank eines Tores von Yuto Morioka (75.) mit 1:0 gegen den Mittelrheinligisten SpVg Wesseling-Urfeld durch. Für Windeck, das heute in der Landesliga spielt, eine große Sache. Man habe sich den Erfolg mit einer beeindruckenden Willensleistung erarbeitet, sagte Voike anschließend.

Zufrieden war auch Obmann Hermi Jansen vom Landesligisten FC Union Schafhausen. Seine Mannschaft hatte sich gegen den Bezirksligisten Wahlscheider SV keine Blöße gegeben und 2:0 (1:0) gewonnen. Zum Matchwinner avancierte dabei Tarik Handzic, der erst einen von Sebastian Kranz herausgeholten Elfmeter verwandelte und nach dem Wechsel das 2:0 nachlegte. „Es war ein verdienter Sieg. Die Jungs haben ein ordentliches Spiel gezeigt“, fand Jansen. Beeindruckt hatten ihn aber auch die Wahlscheider Anhänger. „80 Mann waren hier und haben für gute Pokalstimmung gesorgt“, so der Obmann.

Auch Mittelrheinligist Blau-Weiß Friesdorf siegte gegen einen unterklassigen Gegner. Wenn auch knapp. Die Mannschaft um das Trainergespann Johannes Weitensteiner und Thomas Huhn bezwang den Bezirksligisten TuS Mechernich mit 1:0. Rocco Bartsch, Geschäftsführer Fußball, bei dem Klub aus dem Kreis Euskirchen, war dennoch zufrieden. „Wir haben unseren Plan umgesetzt und lange die Null gehalten“, sagte er. Erst nach 77 Minuten knackte der Friesdorfer Boris Kivoma per Kopfball das Mechernicher Abwehrbollwerk. „Die Leistung war aber richtig gut und sollte den Spielern Selbstvertrauen für die Liga geben“, so Bartsch, dessen Team in der Meisterschaft zuletzt fünfmal in Serie verloren hatte.

Das landesligainterne Duell zwischen dem SSV Merten und dem SSV Homburg-Nümbrecht gewannen die Gastgeber aus dem Bornheimer Stadtteil mit 4:0 (1:0). Torsten Reisewitz, Nümbrechter Coach, bedauerte, dass seine Equipe ihre Torchancen in der Anfangsphase ungenutzt gelassen hatte. Hinzu kam ein Eigentor des Keepers Christian Salmen, der sich bei einer gegnerischen Flanke verschätzt und den Ball ins eigene Netz bugsiert hatte. Agi Loedel, Stellvertretende Vorsitzende in Merten, war hingegen glücklich über den letztlich souveränen Sieg ihrer Mannschaft, für den Patrick Dietz, Jan Schmickler und Norman Wermes mit weiteren Toren nach dem Wechsel gesorgt hatten. „Jetzt wäre noch einmal ein vermeintlich leichterer Gegner schön“, sagte Loedel. Im Viertelfinale könne dann gerne einer der Großen nach Merten kommen. „Aber letztlich nehmen wir es, wie es kommt“, sagt die Mertener Ehrenamtlerin. Denn Pokal mache sowieso immer Spaß.

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